Schneeheide oder Erica Carnea

Naturphänomen: Erikablüte im Murtal

Schneeheide im Murtal: Blütezeit, Lebensraum, Inhaltsstoffe und Schutz dieses seltenen Reliktbiotops. Ein Blick in die faszinierende Welt der Erikablüte.

Der Erika/Schneeheide

Die Schneeheide blüht von Jänner bis weit in den Frühling hinein und bietet Bienen Nahrung, wenn die Natur sonst noch ruht. Sie bleibt niedrig, meist zwischen 10 und 30 Zentimeter hoch, und trägt kleine, nadelförmige Blätter. Die Blüten sitzen dicht an den Trieben und leuchten weiß, rosa oder purpur. Bei uns in der Steiermark sagt man zu ihr oft einfach Erika.

Was die Schneeheide von ihrer Verwandten, der Besenheide, unterscheidet:

Schneeheide und Besenheide gehören beide zur Familie der Heidekrautgewächse. Auch wenn man sie leicht verwechseln kann, gibt es klare Unterschiede. Die Schneeheide bleibt niedriger und hat nadelförmige Blätter, während die Besenheide kleine schuppenförmige Blätter trägt. Außerdem blüht die Schneeheide bereits im Winter und zeitigen Frühjahr, während die Besenheide erst im Spätsommer Farbe in die Landschaft bringt. Schneeheide liebt sonnige, kalkreiche und nährstoffarme Böden, auf denen andere Pflanzen kaum bestehen.

Der Erica-Kiefernwald, eine beeindruckende Naturlandschaft, umfasst ausgedehnte Bestände der Schneeheide, die den Wald im Frühling in einen rosaroten Teppich tauchen. Dieses Gebiet, bekannt als Erico Pinetum, ist ein artenreiches Biotop und ein wertvoller Indikator für Bodengesundheit.

Die Erikablüte im Murtal: Eine fast vergessene Naturgeschichte

Dieser Schneeheide Kiefernwald auf dem Serpentin im Murtal gilt als Reliktstandort. Die extrem nährstoffarmen und mineralisch geprägten Böden verhindern, dass sich Buchen- und Eichenwälder ausbreiten.

Dadurch konnten sich lichte Bestände aus Kiefer, Schneeheide und ihren Mykorrhizapilzen seit der Nacheiszeit erhalten. Dieses besondere Biotop zählt heute zu den wertvollen Schutzgebieten unserer Region. 

Es ist ein Stück alte Landschaft, das geblieben ist, weil der Boden so schwer erobert werden kann.

Reliktvegetation bedeutet nicht, dass der Wald seit der Eiszeit unverändert ist. Es bedeutet, dass sich eine bestimmte Vegetationsform hier über sehr lange Zeit erhalten konnte.

Falls du dich für eine geführte Wanderung durch diese einzigartige Landschaft interessierst melde dich hier für die Warteliste an und ich schreibe dir ein Email sobald der beste Zeitpunkt für einen Besuch gekommen ist!

Auf den Serpentinböden hat sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Im zeitigen Frühjahr ist der Waldboden der lichten Kiefernwälder von einem rosaroten Blütenteppich überzogen, das restliche Jahr über ist die Schneeheide eine eher unauffällige immergrüne Pflanze. 

Die Erikablüte überzieht das Murtal Jahr für Jahr mit einem rosaroten Teppich und verlockt neben den Einheimischen auch Fremde zu einem Spaziergang durch diese uralte Landschaft!

Chance und Gefahr: Tourismus zur Erikablüte im Murtal

Zur Zeit der Erikablüte zieht es viele Menschen in die Kiefernwälder. Das kann herausfordernd sein, denn die empfindliche Vegetation reagiert schnell auf Tritt und Bodenverdichtung. Auch Haustiere, die frei herumlaufen, oder Müll, der liegen bleibt, können dem Lebensraum schaden.

Wir haben hier selbst erlebt, wie schwierig es wird, wenn rund um die Wanderwege zu viele Autos stehen oder Pflanzen mitgenommen werden. Gleichzeitig freuen wir uns über alle, die dieses Naturphänomen sehen möchten. Je mehr Menschen sich für diesen Ort begeistern, desto größer ist die Chance, dass wir ihn gemeinsam schützen.

Seit einigen Jahren rückt der Umweltschutz mehr und mehr ins Bewusstsein der Menschen und ich hoffe, dass beides möglich ist: Besucher der Erikablüte und ein angemessener Umgang mit diesem Biotop.

Falls du an einer nachhaltigen Wanderung durch die Erikablüte interessiert bist kannst du dich hier für die Warteliste anmelden und du bekommst ein Email sobald der Erika in Vollblüte ist.

Man sagt ja, dass die Menschen eher bereit sind einen Lebensraum zu schützen, den sie auch zu schätzen wissen!

Eine enge Lebensgemeinschaft: Der Erika und sein Pilz

Die Schneeheide lebt in enger Gemeinschaft mit speziellen Mykorrhizapilzen im Boden. Diese Pilze umhüllen die feinen Wurzeln und helfen der Pflanze, Wasser und Nährstoffe wie Phosphat und Nitrat besser aufzunehmen. Dafür versorgt die Schneeheide sie mit Zucker aus der Fotosynthese.

Diese Partnerschaft macht die Schneeheide robust gegenüber Trockenheit, Kälte und nährstoffarmen Böden. In Blumenerde oder Parkanlagen fehlen diese Pilze allerdings. Wenn die Pflanze ausgegraben wird, bleibt der Pilz meist im Boden zurück und die Schneeheide geht ein.

Deshalb gilt: Wer sich an der Schneeheide erfreuen möchte, lässt sie am besten dort, wo sie sich wohlfühlt.

Die Schneeheide ist eine wichtige Futterpflanze für die Bienen

Gerade am Ende des Winters, wenn es sonst kaum Nahrung gibt, öffnen die ersten Blüten der Schneeheide ihre Kelche. Bienen fliegen an milden Tagen aus, um ihre Verdauung zu entlasten und frischen Nektar zu sammeln.

Die Schneeheide gibt ihnen dann genau das, was sie brauchen, um gestärkt ins Frühjahr zu starten. Das Summen der Bienen begleitet uns auf unseren Spaziergängen durch den rosaroten Kiefernwald.

Inhaltsstoffe der Schneeheide (Erica carnea) :

Verwendet werden in der Volksheilkunde die Blütentriebspitzen, also die kleinen Ästchen mit Blättern und Blüten. Sie enthalten vor allem Gerbstoffe und Flavonoide sowie geringe Mengen Arbutin. Gerbstoffe wirken zusammenziehend und können Schleimhäute beruhigen. Flavonoide gelten als natürliche Antioxidantien und tragen dazu bei, unsere Zellen vor freien Radikalen zu schützen.

Für die Schneeheide gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung. Viele Angaben beruhen deshalb auf Erfahrungen mit verwandten Heidekrautarten wie der Besenheide. In der traditionellen Pflanzenkunde wurden die zarten Erikablüten unterstützend verwendet, etwa bei Erkältungsbeschwerden, Blasenproblemen und zur Pflege der Haut.

Diese Hinweise gehören zur Volksheilkunde und ersetzen keinen medizinischen Rat. Bitte geh achtsam mit der Natur um und ernte nur kleine Mengen, wenn die Erika in voller Blüte steht.

(1) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0896844617300335

(2)https://de.wikipedia.org/wiki/Schneeheide

(3) Gustav HegiIllustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1701–1705.

(4) https://naturwerkstatt-artemisia.de/pflanze-des-monats-oktober

Erikablüten Tee: 

Wenn die Schneeheide im Murtal in voller Blüte steht, wurde sie hier traditionell auch für Tee genutzt. Für diese Anwendung gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Vieles, was man liest, stammt aus der Volksheilkunde der Besenheide, einer nah verwandten Art.

Verwendet werden die oberen Zentimeter der Triebspitzen zur Vollblüte. Ein Teelöffel davon wird mit heißem Wasser übergossen, die Ziehzeit beträgt 8 bis 10 Minuten.. So lösen sich die Gerbstoffe und Flavonoide gut im Wasser.

Dieser Tee wurde in der regionalen Pflanzenkunde unterstützend verwendet, etwa bei Erkältungsbeschwerden oder für die Harnwege. Er schmeckt mild und leicht herb. Meine Kinder lieben eine Tasse aus dem rosa Wald besonders, wenn ein wenig Honig drin ist.

Wie immer gilt: Hausmittel ersetzen keinen medizinischen Rat. Genieße die Natur in deiner Tasse und achte darauf, nur kleine Mengen zu ernten.

erfolgt. 

Die Erika Blüte im Murtal ist ein besonderes Naturerlebnis. Wenn im späten Winter die ersten rosa Blüten aus dem Kiefernwald leuchten, zeigt sich eine Landschaft, die sich hier über viele Jahrhunderte erhalten konnte.

Wenn du diese Blüte gemeinsam mit mir entdecken möchtest, kannst du dich für die Warteliste zur nächsten geführten Wanderung eintragen. Ich melde mich, sobald die Schneeheide in voller Blüte steht.

Du bekommst außerdem ein Email von mir, wann der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist und worauf du vor Ort achten solltest, damit wir dieses Biotop gemeinsam schützen.

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