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Räucher Kräuter für den Winter

Pflanzenkraft im Advent: Räuchern mit heimischen Kräutern

Die Adventzeit bringt für viele von uns den Wunsch zurück, das Zuhause zu „erden“, zur Ruhe zu kommen und kleine Rituale wieder aufzugreifen, die im Winter einfach gut tun. Räuchern mit heimischen Pflanzen gehört für viele Menschen dazu – und es verbindet uns mit einer sehr alten Tradition, die in den Alpen bis heute lebendig ist.

Für diesen Tag im Adventkalender habe ich dir eine besondere Expertin eingeladen:
Anita Arneitz, Kräuterpädagogin, Autorin und Initiatorin des Kräuter-Kreativ-Kongresses.
Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Räucherkräutern und beschreibt in ihrem Gastbeitrag neun Pflanzen, die im Winter nicht nur gut duften, sondern auch eine lange Volksheilkunde-Geschichte haben.

Hier kommt ihr Beitrag – eine Einladung, die kalte Jahreszeit mit Wärme, Duft und bewusstem Innehalten zu füllen.

 

Tipp: Falls du dich für Räuchern und ätherische Öle interessierst schau dir unbedingt das Fenster vom 24.12 an, denn Anita hat noch ein Geschenk für euch!

Räucherkräuter für den Winter

Wenn die Tage kürzer werden und die Kälte Einzug hält, erlebt eine alte Tradition ihre Renaissance: das Räuchern mit heimischen Kräutern. Was unsere Großeltern noch aus Überlieferung praktizierten, findet heute wieder seinen Platz in modernen Haushalten. Doch welche Pflanzen den Alpen eignen sich besonders für die Wintermonate? Ein Überblick über neun heimische Räucherkräuter, die nicht nur die Raumluft reinigen, sondern auch Körper und Geist guttun.

Thymian: Der Mutmacher aus dem Kräutergarten

Der Thymian ist weit mehr als ein Gewürz für die Winterküche. Als Räucherkraut
entfaltet er seine desinfizierende Wirkung und gilt seit jeher als Beschützer vor
negativen Einflüssen. Sein würzig-warmer Duft stärkt das Selbstvertrauen und
verleiht Mut in unsicheren Zeiten. Gerade in den dunklen Wintermonaten, wenn
Erkältungen grassieren, schätzt man seine keimtötenden Eigenschaften. Die alten
Griechen räucherten mit Thymian, um Tapferkeit zu erlangen. Beim Verglühen
verströmt er einen intensiven, leicht harzigen Duft, der die Atemwege befreit und die Konzentration fördert.

Salbei: Die silbrige Reinigungskraft

Seit Jahrhunderten gilt Salbei als eines der wichtigsten Räucherkräuter überhaupt.
Sein lateinischer Name "Salvia" bedeutet "heilen", und genau das tut er: Er reinigt die Atmosphäre in Räumen, klärt die Gedanken und tröstet bei Niedergeschlagenheit.

Besonders in der Erkältungszeit macht Salbei die Lunge frei und wirkt desinfizierend. Sein herb-würziger Rauch vertreibt schwere Gedanken und bringt geistige Klarheit. In der Wintersonne gesammelte Salbeiblätter haben eine besonders intensive Kraft.

Wer nach einem anstrengenden Tag räuchert, spürt, wie der silbrig-grüne Heiler die Stimmung erhellt und neue Energie schenkt.

Fichtenharz: Goldene Tropfen aus dem Winterwald

Das Harz der Fichte ist ein Geschenk des Waldes, das besonders in der kalten
Jahreszeit seine Wirkung entfaltet. Beim Verglühen entwickelt es einen würzig-
balsamischen Duft, der sofort an verschneite Wälder erinnert. Fichtenharz wirkt stark reinigend und desinfizierend, es klärt die Atemwege und schützt vor
Erkältungskrankheiten.

In der Volksheilkunde galt es als Schutz vor bösen Geistern und negativen Energien. Der warme, harzige Rauch schafft eine behagliche Atmosphäre, die gerade in der Adventszeit für Geborgenheit sorgt. Fichtenharz lässt
sich gut mit anderen Kräutern mischen und bildet oft die Basis für winterliche
Räuchermischungen.

Holunderblüten: Sommerliche Erinnerung im Winter

Die im Frühsommer gesammelten und getrockneten Holunderblüten bringen auch in der dunkelsten Jahreszeit einen Hauch von Licht und Wärme ins Haus. Ihr süßlich- blumiger Duft beim Räuchern wirkt tröstend und aufhellend, gerade wenn die Wintermüdigkeit drückt.

Der Holunder gilt seit alters her als Schutzbaum, der zwischen den Welten steht. Seine Blüten sollen Übergänge erleichtern und bei Veränderungen Halt geben – ideal für die Zeit zwischen den Jahren. Zudem wirken sie fiebersenkend und schweißtreibend, weshalb sie in der Erkältungszeit doppelt willkommen sind. Der zarte Rauch erinnert an Sommerabende und schenkt Hoffnung
auf wärmere Tage.

Lindenblüten: Sanfte Beruhigung für unruhige Zeiten

Die Linde schenkt uns mit ihren Blüten ein sanftes Räucherkraut für stressige
Wintertage. Ihr lieblich-honigartiger Duft beruhigt die Nerven, löst Anspannungen und hilft bei Einschlafproblemen. In der Winterzeit, wenn die Tage hektisch werden und die Dunkelheit aufs Gemüt drückt, schafft Lindenblütenrauch eine friedvolle
Atmosphäre. Die Blüten fördern die Kommunikation und das Miteinander, besonders wertvoll in der Familienzeit rund um Weihnachten. Traditionell wurden Lindenblüten auch bei Erkältungen eingesetzt, ihr Rauch macht die Atemwege frei und wärmt von innen.

Schafgarbe: Die Weise des Feldes

Die Schafgarbe, ein unscheinbares Wiesenkraut, entpuppt sich beim Räuchern als
kraftvoller Begleiter durch die Wintermonate. Ihr feinwürziger, leicht bitterer Duft
fördert die innere Weisheit und hilft, klare Entscheidungen zu treffen. In den
Rauhnächten wird sie besonders geschätzt, da sie den Blick nach innen lenkt und
bei der Reflexion des vergangenen Jahres unterstützt. Schafgarbe stärkt die Intuition und schützt energetisch sensible Menschen vor Überforderung.

Ihr Rauch wirkt ausgleichend und harmonisierend, besonders wenn die Wintertage lang und die Stimmung gedrückt ist. Die alten Römer nannten sie „Augenbraue der Venus“  und schätzten ihre schützende Kraft.

Minze: Frische Klarheit für trübe Tage

Ob Pfefferminze, Apfelminze oder Wasserminze. Alle Minzarten eignen sich
hervorragend zum Räuchern und bringen Frische in winterlich muffige Räume. Ihr
klarer, kühlender Duft erfrischt den Geist, vertreibt Müdigkeit und fördert die
Konzentration. Gerade wenn die Heizungsluft die Atemwege belastet, wirkt
Minzrauch befreiend und erleichternd.

Sie hilft bei Kopfschmerzen, klärt die Gedanken und macht den Kopf frei für neue Ideen. In der dunklen Jahreszeit, wenn Antriebslosigkeit droht, verleiht Minze neue Energie und Tatendrang. Ihr Rauch ist leicht und flüchtig, perfekt für eine schnelle Raumreinigung zwischendurch.

Basilikum: Der königliche Streitschlichter

Das „königliche Kraut“, wie Basilikum übersetzt heißt, ist nicht nur in der Küche
unverzichtbar. Als Räucherkraut entfaltet es besonders in der angespannten
Vorweihnachtszeit seine friedensstiftende Wirkung.

Sein würzig-süßer Duft wirkt als Streitschlichter, löst Spannungen auf und fördert das harmonische Miteinander.

Basilikum öffnet das Herz, vertreibt Ängste und schenkt Vertrauen, wichtige
Eigenschaften, wenn Familien auf engem Raum zusammenkommen. Traditionell gilt es auch als Schutzpflanze, die negative Energien fernhält. Der warme, leicht pfeffrige Rauch hebt die Stimmung und lässt Unstimmigkeiten buchstäblich in Rauch aufgehen.

Lorbeer: Würde und Schutz aus dem Süden

Der Lorbeer ist ein kraftvolles Winterräucherkraut mit langer Tradition. Schon die
alten Römer krönten ihre Helden mit Lorbeerkränzen und räucherten in Tempeln mit seinen Blättern. Sein würzig-herber, leicht kampferartiger Duft stärkt das
Selbstbewusstsein, fördert die geistige Klarheit und hilft bei wichtigen
Entscheidungen.

Lorbeer wirkt stark reinigend und schützend, er vertreibt alte
Energien und schafft Platz für Neues. In den Rauhnächten unterstützt er die
Manifestation von Zielen und Wünschen für das kommende Jahr. Sein Rauch ist
intensiv und sollte sparsam dosiert werden. Weniger ist hier definitiv mehr.

Mein Tipp:

Beim Räuchern mit heimischen Kräutern gibt es keine starren Regeln. Vertrauen Sie Ihrer Intuition und experimentieren Sie mit den Düften, die Ihnen guttun. Ob einzeln oder in Mischungen, die Pflanzen unserer Heimat schenken uns alles, was wir für wohltuende Winterrituale brauchen.

Mehr von Anita Arneitz:

Hier gehts zu Anitas Rauhnachtbegleitung:
https://lp.kraeuterlei.at/rauhnaechte

Hier kommst du zur Rauhnacht-Schreibchallenge von Anita:
https://myablefy.com/s/anitaarneitz/Rauhnacht-Schreibchallenge/payment

Wenn du Lust bekommen hast, das Räuchern im Winter für dich auszuprobieren, dann kann ich dir Anitas Buch empfehlen.

https://amzn.to/3X61xrs

Über die Autorin

Anita Arneitz ist Kräuterpädagogin, Trainerin für kreatives Schreiben und
Buchautorin. Am Wörthersee werkelt sie in der Kräuterlei, der kleinen Land- und
Forstwirtschaft ihrer Familie. Sie ist Initiatorin des Kräuter-Kreativ-Online-Kongresses
und gibt auch Workshops zu unterschiedlichen Themen. https://kraeuterlei.at/

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