Über Rabenkräuter

Eine Pflanze kann nicht weglaufen. Sie nutzt andere Lösungen.

Bitterstoffe, Anthocyane, Harze. Pflanzen produzieren Stoffe, weil sie etwas damit erreichen wollen. Ich versuche zu verstehen, was, und ĂĽbersetze es so, dass du es im Glas, im Topf und auf dem Brot wiederfindest.

Sylvana Kuhl Kräuterpädagogin Werkstofftechnikerin Rabensteinhof · Steiermark
Sylvana Kuhl in der Werkstatt
Foto · Servus Magazin
Schneeheide-Reportage, 2025 · aufgenommen am Rabensteinhof.
Wie ich Pflanzen lese

Pflanzenlogik. Das Warum hinter dem Wie.

Sehr viele Seiten erklären, wofür eine Pflanze verwendet wird. Mich interessiert, warum die Pflanze diesen Stoff überhaupt herstellt, und was das für dich bedeutet, wenn du sie ansetzt, kochst oder trocknest. Fünf Beispiele, die in meinem Newsletter immer wieder vorkommen:

01 · Beobachtung

Warum junge Brennnesseln manchmal rote Spitzen tragen.

Die Pflanze navigiert zwischen runtergefahrenem Stoffwechsel und zu viel Sonnenlicht. Anthocyane verschieben das Licht aus dem UV-Bereich raus, bis das BlattgrĂĽn stabil genug ist, den Job selbst zu ĂĽbernehmen.

Anthocyane
02 · Beobachtung

Warum das Kochwasser meist nicht in den Ausguss gehört.

Vitamin C wird nicht einfach zerstört, es wandert ins Kochwasser. Ehrlich gesagt reagiert es auch, nur nicht von einer Sekunde auf die andere. Wer den Sud weiterverwendet, behält den Großteil.

Löslichkeit
03 · Beobachtung

Warum bei Harzen Ă–l und Salbe die Klassiker sind.

Harz löst sich nicht in Wasser. Hochprozentiger Alkohol funktioniert, ist aber traditionell nicht das Mittel der Wahl. Genau deshalb sind Ölauszüge so verbreitet.

Ă–l & Salbe
04 · Beobachtung

Warum Löwenzahn im Mai anders schmeckt als im Juli.

Frühling heißt Wachstum. Sommer heißt Schutz und Aufbau der Speicherstoffe für den Winter. Im Winter verändern Frost und Ruhephase, was in der Pflanze steckt. Was du erntest, hängt davon ab, wann.

Jahreszeit
05 · Beobachtung

Warum „bitter im Mund" nicht automatisch „gesund im Magen" heißt.

Die Volksweisheit stimmt oft, aber sie ist vereinfacht. Auch viele Alkaloide, also Giftstoffe, schmecken bitter. Bitter ist ein Signal, kein Freibrief. Welcher Bitterstoff in welcher Pflanze sitzt, ist die eigentliche Frage.

Geschmack & Vorsicht
Jeden Sonntag

Solche Beobachtungen bekommst du oft im Rabenkräuter Newsletter.

Eine Pflanze, ein Wirkstoff, ein Rezept, das damit zu tun hat. 10 Uhr, in dein Postfach. Anmeldung unten auf der Seite.

Naturwissenschaft trifft Tradition

Werkstoffwissen trifft Wiese.

Hände halten einen Zweig Schneeheide über einem Sammelkorb
Sammeln · März
Was beim Sammeln passiert, entscheidet, welcher Stoff später im Glas landet.

Bevor ich Kräuterpädagogin war, habe ich als Werkstofftechnikerin gearbeitet. Das klingt nach zwei verschiedenen Welten, ist aber dieselbe Grammatik. In der Werkstofftechnik fragst du: Wie verhält sich dieser Stoff bei Hitze? Bei Druck? In Verbindung mit was?

Genau dasselbe passiert in einer Pflanze. Ein Wirkstoff ist ein Stoff. Er hat Eigenschaften. Löslichkeit, Hitzeempfindlichkeit, Stabilität, und sobald du das einmal so siehst, erklärt sich vieles, was vorher nur Überlieferung war.

Volksheilkunde ist deshalb kein Gegensatz zur Chemie. Sie ist Chemie, beobachtet und weitergegeben, lange bevor jemand das Wort dafĂĽr hatte.

Chemie und Geisteswissenschaften sind dabei keine Feinde. Spirituelle Zugänge zur Natur schätze ich, aber „ganzheitlich" heißt für mich, dass Naturwissenschaft mit dazugehört. Und das, was wir körperlich wahrnehmen, sehen, schmecken, riechen, bleibt unser erster Kontakt mit einer Pflanze.

Was bei mir dazukommt: ich probiere aus. Ich setze an, koche ein, trockne, vergleiche. Wenn ich etwas hier schreibe, habe ich es davor in der Hand gehabt.

Buch, Vorträge, Erwähnungen
Cover folgt
Der Geheimcode
der Pflanzen
Sylvana Kuhl

In Arbeit„Der Geheimcode der Pflanzen". Mein nächstes Buch.

Worum es geht: warum Pflanzen die Stoffe machen, die sie machen, und was wir daraus lernen, wenn wir sie in KĂĽche und Hausapotheke einsetzen. Pflanzenlogik als Buch, nicht als Schlagwort.

Vorher: Co-Autorin von „Die Heilkraft der Wurzeln" (2021).

Vorträge, Kurse, Medien

seit 2017Kräuterpädagogin, Ausbildung & laufende Praxis
seit 2019Rabenkräuter Seite & Community, 43.000+ Leserinnen auf Facebook
2020Mein Bezirk, Porträt
2021„Die Heilkraft der Wurzeln", Co-Autorin, im Buchhandel
2025Servus Magazin, Beitrag & Erwähnung
laufendOnline-Kräuterkongresse, Vorträge zu Wurzeln & Pflanzenlogik
laufendVHS-Kurse & Selbstlernkurse, z. B. „ÖlauszĂĽge"
laufendRezeptbücher als PDF, Löwenzahn, Nadelbaum, Gundermann

Ich lebe und arbeite am Rabensteinhof in der Steiermark. „Rabenstein" ist der Vulgoname des Hofes meiner Familie, dort wachsen die Pflanzen, von denen ich schreibe, und dort teste ich, was ich teile.

Wenn du wissen willst, was wann wächst und warum, schreibst du dich in den Rabenkräuter Newsletter ein. Wenn nicht, freue ich mich trotzdem, dass du hier warst.

Sylvana