Rezept für Spitzwegerichöl

Spitzwegerichöl einfach selber machen

Hier zeige ich dir wie du Spitzwegerichöl selber machen kannst und warum du auf einen Ölauszug der Heilpflanze nicht zugunsten der Tinktur versichten solltest!

Darum lohnt es sich Spitzwegerichöl selber zu machen!

 Spitzwegerich gilt als eine wertvolle Erste Hilfepflanze, er wird in der „Wiesenapotheke“ bei kleinen Verletzungen und Wunden sowie gegen  den Juckreitz bei Insektenstichen oder Brennessel „Verbrennungen“ eingesetzt. Die Wirkung beruht auf einem Zusammenspiel des antibakteriellen Aucubins, der zusammenziehenden Gerbstoffe und der beruhigenden Schleimstoffe.

Wenig bekannt ist, dass der Spitzwegerich auch Allantonin enthällt. Das ist der Hauptwirkstoff, dem Beinwell seine regenerierende Eigenschaft verdankt. Beinwellsalbe wurde früher gerne mit Fett hergestellt, dabei wird die gute Fettlöslichkeit(1) des Allantoins ausgenutzt. Heute verwendet man eher einen Ölauszug.
 
Damit bei meinem Wegerichbalsam beide Inhaltsstoffgruppen, also die wasserlöslichen und die öllöslichen berücksichtigt werden habe ich neben der Spitzwegerichtinktur auch ein Spitzwegerichöl angesetzt. Beide Komponenten sind Teil meines Spitzwegerichbalsams.

Das brauchst du um Spitzwegerichöl selber zu machen:

 
  • Spitzwegerichblätter frisch oder getrocknet
  • Ein gutes Öl hier verwende ich Olivenöl
  • Ein verschließbares Glas und 4-6Wochen Zeit
  • Oder die Möglichkeit den Ansatz schonend zu erwärmen
 

So kannst du Spitzwegerichöl selber machen:

Der Hauptwirkstoff des Spitzwegerichs das Aucubin ist sehr empfindlich, es reagiert zu Aucubegin. Das erkennst du daran, dass sich die Blätter schnell braun verfärben. Es ist schwierig aber möglich Spitzwegerich zu Trocknen, meist wird aber aus diesem Grund Spitzwegerich frisch verarbeitet. Hier habe ich ein Spitzwegerichöl aus frischem Spitzwegerich hergestellt

Der Spitzwegerich wird zerkleinert und mit dem Öl bedeckt. Die erste Möglichkeit ist der sogenannte Kaltansatz. Dabei füllst du die zerkleinerten Pflanzenteile und das Öl in ein verschließbares Glas und stellst es für einige Wochen an einem dunklen Ort. Danach wird das Spitzwegerichöl abgeseiht und ist damit fertig, aber vorsicht: Drücke die Blätter nicht aus, denn damit würdest du unnötigerweise Feuchtigkeit aus den Blättern in das fertige Spitzwegerichöl befördern! Diese Art der Herstelung gilt als schondender, da die Inhalstoffe und das Öl keinen hohen Temperaturen ausgesetzt werden.
 
Die zweite Möglichkeit kommt zum Einsatz, wenn es einmal schnell gehen muss. Dafür erwärmst du den Ansatz, also dein Kräuterölgemisch für einige Zeit(1-12h). Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Ich habe ein Schokofondue Set zweckentfremdet,
  2. du kannst allerdings auch mit einem Wasserbad arbeiten
  3. oder im Winter das Gefäß mit dem Ölauszug auf die Heitzung stellen.
 
Das Öl mit den Pflanzenteilen wird in jedem Fall für 6-8 Stunden schön gleichmäßig warm gehalten, aber nicht zu hoch erhitzt. Wichtig beim sogenannten heißen Verfahren ist es, die Kräuter und das Öl zu erwärmen aber nicht zu frittieren. Bei zu hohen Temperaturen könnten Inhalstoffe verloren gehen und generell wird erhitztes Öl schneller ranzig. Am Ende wird das fertige Spitzwegerichöl wieder abgesiebt, aber nicht ausgedrückt!
 

Normalerweise bevorzuge ich darum die erste Variante den so genannten kalten Ansatz. Gerade beim Einsatz von Frischpflanzen hat sich allerdings der heiße Ansatz bewährt.

Warum das so ist?
Frische Pflanzen bringen mehr Feuchtigkeit in den Ansatz ein und mit der Feuchtigkeit steigt die Gefahr der Verkeimung. Daher werden für Ölansätze in der Regel(aber nicht immer) getrocknete Pflanzen bevorzugt. Die Gefahr der Verkeimung sinkt beim heißen Verfahren, da die meisten Keime bei höheren Temperaturen absterben.

Falls du dich für die Kunst des Ölauszuges interessierst findest du einen eigenen Beitrag über die Herstellung eines Ölauszuges alle Details und Überlegungen.
 

Kurzanleitung Spitzwegerichöl:

  1. Zerkleinere deine Pflanzen und befülle etwa 1/2 eines Gefäßes damit
  2. Fülle dein Gefäß mit Öl auf(Sonnenblumenöl, Olivenöl, Mandelöl etc.)
  3. Entscheide dich für eine Methode(heißer oder kalter Ansatz)
  4. Beim Einsatz von frischen Pflanzen wird der warme Auszug bevorzugt. Auf diese Weise will man einer Verkeimung entgegenwirken.
 
Wenn du möchtest oder eine stabilere Form bevorzugst kannst du das fertige Spitzwegerich Öl zu einem Spitzwegerich Balsam weiterverarbeiten. Dabei werden die wasserlöslichen und öllöslichen Wirkstoffe dieser alten Heilpflanze verreint.
 
1: https://www.chemie.de/lexikon/Allantoin.html Stand 19.07.2022

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