Pech

Pechsalbe einfach selber machen!

Mach dir eine wirkungsvolle Pechsalbe einfach selber! Pechsalbe ist nachgewiesenermaßen eine effektive Wund und Heilsalbe und wird auch zur Unterstützung bei Erkältungskrantkheiten und Husten eingesetzt.

Pechsalbe selber machen bedeutet dein Haus duftet herrlich nach Wald!

Sag mal kochst du Wald? Das hat mich mein Mann gefragt, als ich eines Taes gerade dabei war unseren diesjährigen Vorrat an Pechsalbe zu Rühren…

Auf jeden Fall riecht das ganze Haus fantastisch nach Wald und Wintersonne, auch darum gehört die Herstellung einer Harzsalbe zu meinen liebsten Winterritualen.

Das Beste an dieser Salbe  ist aber:
Meine Kinder fragen ständig wann sie mehr von dieser „Waldsalbe“ bekommen, denn sie sie sind Erkältet und das alte Hausmittel ist sehr beliebt zur Unterstützung bei Atemwegserkrankungen. Dass sie die „Pechsalbe gegen den Husten“ selber gemacht haben spielt diesbezüglich natürlich auch eine große Rolle 😉

Was ist Pechsalbe?

Pechsalbe ist eine traditionelle Salbe aus der Volksheilkunde. Im einfachsten Fall besteht sie heute wohl aus einem Öl, Baumharz und Bienenwachs, es handelt sich dabei also im Grunde um eine Harzsalbe. Früher wurde Baumharz allerdings auch als Pech bezeichnet und daher kommt der irreführende Name. Ganz falsch ist die Bezeichnung auch nicht, da man auch aus echtem Pech(Stein und Holzpech) Salben rühren kann.

Früher wurde Pechsalbe eher aus tierischem Fett hergestellt, sie war dabei ohne Zusatz von Bienenwachs fest. Das Fett  wird heute durch Öl esetzt damit die Salbe trotzdem fest wird wird Bienenwachs zugesetzt. Natürlich hat auch das Bienenwachs selbst wertvolle Eigenschaften, so wirkt es unter anderem schützend und regenerierend. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten Salben zu rühren, aber hier geht es darum wie du Pechsalbe mit Bienenwachs selber machen kannst.

Sehr oft wird die Harzsalbe mit ätherischen Öle kombiniert, um Ihre Wirkung noch weiter zu steigern, besondere Bedeutung bekommen die ätherischen Öle beim Einsatz der Pechsalbe bei Husten oder Erkältungen.


Wie kann man Pechsalbe selber machen?

Im Grunde wird selbstgemachte Pechsalbe so hergestellt wie man jede andere Salbe auch rühren würde(siehe unten), allerdings wird ein Harz(hier aufgrund der Verfügbarkeit meist Fichte oder Kiefer) im Öl aufgelöst.

Rezept Pechsalbe:

  • 40g Öl(Olivenöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl oder Mandelöl)
  • 20g Harz
  • 10g Bienenwachs

Gute Rezepte sollten einfach sein, besonders jene mit einer langen Tradition. Ich verwende Öl anstelle von Schweineschmalz oder Talg, aber die Idee ist die Selbe wir schon vor hunderten von Jahren.

Das Öl wird vorsichtig im Wasserbad erhitzt, dannach wird das Harz im warmen Öl aufgelöst. Ich siebe das Harz-Öl Gemisch dannach  ab, damit keine Baumteile in der Salbe störren. Im nächsten Schritt löse ich das Bienenwachs im heißen Harz-Öl auf, falls das Öl dazu zu kalt geworden ist wird es einfach ein zweites Mal erwärmt.

Ich verwende für Pechsalbe meistens Ringelblumenöl aus Olivenöl sowie Fichtenharz, ich habe aber auch schon mit Johanniskrautöl oder Spitzwegerichöl gearbeitet.

Natürlich kann man auch das Harz, also das Pech, von anderen Nadelbäumen nehmen (mit Ausnahme der giftigen Eibe, die allerdings nicht „harzt“)

Wichtig ist, dass dir die kleinen Schmutzteilchen nicht unten in deinem Topf anbrennen. Falls Harzreste deine Arbeitsgeräte verkleben kannst du sie mit Öl oder Reinigungsbenzin sauber machen.

Hast du schon Pechsalbe selber gemacht? Wie ist deine Erfahrung mit diesem traditionellen Heilmittel?


Was sagt die Wissenschaft dazu?

Pechsalben werden traditionell als Wundsalben und Heilsalben sowie als Zugsalben verwendet. Die antimikrobiellen Eigenschaften von hausgemachter Pechsalbe wurde bereits 2007 in einer Studie belegt. Besonders interessant dabei ist die Wirksamkeit des Hausmittels gegen den gefürchteten „Krankenhauskeim“ MRSA.

Eine weitere Studie von 2011 belegt die antimikrobielle Wirkung von Harz sowie seine Wirkung gegen Pilze. Auffällig an dieser Studie ist, dass die für die gewünschte Wirkung notwendige Konzentration von Baumharz in der Salbe mit mindestens 10% angegeben wurde.

Die traditionellen Rezepte für Pechsalbe verwenden höhere Konzentrationen an Baumharz, und wenn du Pechsalbe selber machen möchtest hast du einiges an Spielraum was die Konzentration des Harzes angeht. Bei diesen Studien handelt es sich um Laborstudien, weitere Studien würden die Datenlage verbessern.

Sofern keine Allergien gegen die Bestandteile vorliegen halte ich die Anwendung von Pechsalbe an sich nicht für gefährlich, sie bereichert in der Volksmedizin die Hausapotheke seit sehr langer Zeit mit großem Erfolg. Weiter wird Pechsalbe als „Erkältungsbalsam“ auch unterstützend bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Belege für die Wirksamkeit gegen Bakterien:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17504300/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19356034/

Beleg für die Wirksamkeit gegen Pilze:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22179415/


Pechsalbe gegen Erkältungen:

Ein wenig bekanntes Einsatzgebiet der Pechsalbe ist das gegen Husten und Erkältungskrankheiten, die Pechsalbe wird dabei zum Erkältungsbalsam. Die Pechsalbe wird dabei dünn auf die Brust gestrichen. Die ätherischen Öle und Harzsäuren aus dem Harz wirken unter anderem antibakteriell, sie sind flüchtig und verdampfen während der Anwendung um direkt dort wirken zu können wo sie gebraucht werden.

Einige Tropfen der entsprechenden ätherischen Öle können dabei weiter unterstützend wirken. Ich mische aus diesem Grund gerne Rosmarin und Lavendel in die Pechsalbe.

Andere Öle die in Frage kommen wären etwa, Engelwurz, Eukalyptus, Thymian, aber auch Pfefferminze oder Zierbe. Der fertige Erkältungsbalsam wird bei Bedarf mehrmals täglich dünn auf den Brustbereich aufgetragen. Aber Vorsicht bei der Anwendung von ätherischen Ölen sie sind sehr stark und viele sind nicht für Kinder oder empfindliche Personen geeignet. Bitte informiere dich dementsprechend!

Wie lange hält eine Pechsalbe?

Wie bei jeder Salbe hält die Pechsalbe solange wie jener Bestandteil, der als erstes das Ende seiner Haltbarkeit erreicht hat. Meist ist es das Öl, das als erstes „ranzig“ wird. Eine solche Salbe ist fest und das Harz sowie viele ätherische Öle wirken leicht konservierend, dadurch dürfte die Haltbarkeit etwas höher sein.

Warum verwendest du keine Konservierungsmittel?

Ich verzichte bei dieser Salbe bewusst auf Konservierungsmittel:

  • Die Salbe enthält kein Wasser
  • Die Salbe ist bei Raumtemperatur fest
  • Die Salbe enthält Baumharz und meist ätherische Öle


Jeder dieser Punkte wirkt einer möglichen Verkeimung entgegen und gilt nur für diese Rezeptur.

Wenn du dich für Salben mit dem besonderen Extra interessierst empfehle ich dir meine Interpretation der brühmten Apfel-Zimt Salbe!

Wichtige Hinweise:

Bei der Anwendung von ätherischen Ölen gibt es einiges zu beachten. Viele ätherische Öle sind nicht für Babys oder Kleinkinder geeignet (Pfefferminz, Rosmarin), andere können die Haut reizen! Die fertige Harzsalbe muss vorsichtig auf einem kleinen Bereich getestet werden, das gilt natürlich für Alle hausgemachten Salben.

Die Anwendung einer Pechsalbe dient der Unterstützung des Heilungsprozesses. Dieser Beitrag ersetzt keines Falls den Besuch bei einem Arzt oder die Einnahme von verschriebenen Medikamenten.


FAQ:

F:
Wenn du das Harzöl-Gemisch absiebst, woher weißt du wìeviel Harz du
tatsächlich genommen hast?

A: Das weiß ich nicht. Es ist mir aber egal.
Unlösbare Bestandteile wie Rinde und Erde werden vom Sieb aufgefangen.
Damit sie in der Salbe nicht stören. Für das Rezept ist es egal wie viel
Harz genau im Öl gelöst wird. Diese alten Rezepte sind sehr stabil, vor
ein paar hundert Jahren hatten die Bauern ja keine Waagen. Die Rezepte
mussten also auf jeden Fall funktionieren.

F: Muss ich Ringelblumenöl
für das Rezept nehmen?

A: Nein jedes Öl funktioniert

F: Kann
Johanniskrautöl für dieses Rezept verwenden?A: Ja jedes fette Öl funktioniert und auch fast jeder Ölauszug.

F: Kann ich auch Lärchen, Tannen oder Kiefernharz für eine Pechsalbe
verwenden?

A: Ja das Harz eines jeden Tannenbaums, außer der Eibe, ist
für eine Pechsalbe geeignet. Nicht verwenden kannst du „Gummies“ also die „Harze“ von Laubbäumen wie etwa Kierschgummie.

Bilder mit freier kommerziellen Nutzung von pixabay!



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6 Antworten

  1. Zum Herstellen einer Pechsalbe möchte hinzufügen, dass man diese am besten in einem Uralt-Topf macht. Oder ein Gurken-oder Marmeladenglas verwendet. Die Harzrückstände lassen sich kaum, oder nur mit Spiritus entfernen.

    1. Vielen Dank für den Tipp. Ich löse die Harzrückstände immer mit Öl, aber manchmal brennen Holz und Erdteilchen unten am Topf ein…wenn ich darf, werde ich das im Beitrag noch hinzufügen!

  2. Ich habe schon oft Harzöl gemacht….aber das Problem mit den Rückständen hatte ich auch noch nie….Vielen Dank für diesen ausführlichen…Super recherchierten Beitrag!

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