Rabenkräuter

Pech

Die Heilkraft unserer Wälder: Das Geheimnis hausgemachter Pechsalbe

Das Gold des Waldes, also das Harz unserer heimischen Bäume schützt verletzte Bäume vor Krankheiten und Pilzen. Wie unsere Vorfahren können wir diese Eigenschaften einfach in hausgemachten Salben für uns und unsere Lieben nutzen. Die Wirksamkeit dieser Salben und von Baumharz ist in wissenschaftlichen Studien bewiesen worden.

Einführung:

Sag mal kochst du Wald? Das hat mich mein Mann heute gefragt…und sooo falsch lag er da gar nicht, denn ich habe eine Pechsalbe gerührt.

Auf jeden Fall riecht es im ganzen Haus fantastisch nach Wald und Wintersonne. Das Beste daran ist
meine Kinder fragen ständig wann sie mehr von dieser „Waldsalbe“ bekommen.

Was ist Pechsalbe?

Pechsalbe ist eine traditionelle Salbe aus der Volksheilkunde. Im einfachsten Fall besteht sie aus einem Öl, Baumharz und Bienenwachs. Sehr oft wird Harzsalbe mit ätherischen Öle kombiniert, um Ihre Wirkung noch weiter zu steigern.

Wie macht man Pechsalbe?

Rezept Pechsalbe:

  • 40g Öl(Olivenöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl oder Mandelöl)
  • 20g Harz
  • 10g Bienenwachs

Gute Rezepte sollten einfach sein, besonders jene mit einer langen Tradition. Ich verwende Öl anstelle von Schweineschmalz oder Talg, aber die Idee ist die Selbe wir schon vor hunderten von Jahren.

Alle Zutaten werden im Wasserbad geschmolzen und beim Abfüllen in ein sauberes Glas durch ein Sieb gefüllt(damit keine Baumteile in der Salbe bleiben). Ich habe Ringelblumenöl aus Olivenöl und Fichtenharz genommen, natürlich kann man auch das Harz, also das Pech, von anderen Nadelbäumen nehmen (mit Ausnahme der giftigen Eibe, die allerdings nicht „harzt“)

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Pechsalben werden traditionell als Wundsalben und Heilsalben sowie als Zugsalben verwendet. Die antimikrobiellen Eigenschaften von hausgemachter Pechsalbe wurde bereits 2007 in einer Studie belegt. Besonders interessant dabei ist die Wirksamkeit des Hausmittels gegen den gefürchteten „Krankenhauskeim“ MRSA. Eine weitere Studie von 2011 belegt die antimikrobielle Wirkung von Harz sowie seine Wirkung gegen Pilze. Auffällig an dieser Studie ist, dass die für die gewünschte Wirkung notwendige Konzentration von Baumharz in der Salbe mit mindestens 10% angegeben wurde. Die traditionellen Rezepte für Pechsalbe verwenden höhere Konzentrationen. Bei diesen Studien handelt es sich um Laborstudien, weitere Studien würden die Datenlage verbessern.

Sofern keine Allergien gegen die Bestandteile vorliegen halte ich die Anwendung von Pechsalbe an sich nicht für gefährlich, sie bereichert in der Volksmedizin die Hausapotheke seit Jahrtausenden mit großem Erfolg. . Weiter wird Pechsalbe als „Erkältungsbalsam“ auch unterstützend bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

Belege für die Wirksamkeit gegen Bakterien:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17504300/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19356034/

Beleg für die Wirksamkeit gegen Pilze:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22179415/

Verwendung als Erkältungsbalsam:

Die ätherischen Öle und Harzsäuren wirken unter anderem antibakteriell. Aus diesem Grund lässt sich die Harzsalbe auch gut zur Linderung von Erkältungsbeschwerden verwenden. Einige Tropfen der entsprechenden ätherischen Öle können dabei weiter unterstützend wirken. Ich mische aus diesem Grund gerne Rosmarin und Lavendel in die Pechsalbe.

Andere Öle die in Frage kommen wären etwa, Eukalyptus, Thymian, aber auch Pfefferminze oder Zierbe. Der fertige Erkältungsbalsam wird bei Bedarf auf den Brustbereich aufgetragen.

Wie lange hält eine Pechsalbe?

Wie bei jeder Salbe hält die Pechsalbe solange wie jener Bestandteil, der als erstes das Ende seiner Haltbarkeit erreicht hat. Meist ist es das Öl, das als erstes „ranzig“ wird. Eine solche Salbe ist fest und das Harz sowie viele ätherische Öle wirken leicht konservierend, dadurch dürfte die Haltbarkeit etwas höher sein.

Warum verwendest du keine Konservierungsmittel?

Ich verzichte bewusst auf Konservierungsmittel:

  • Die Salbe enthält kein Wasser
  • Die Salbe ist bei Raumtemperatur fest
  • Die Salbe enthält Baumharz und meist ätherische Öle


Jeder dieser Punkte wirkt einer möglichen Verkeimung entgegen und gilt nur für diese Rezeptur.

Wenn du dich für Salben mit dem besonderen Extra interessierst empfehle ich dir meine Interpretation der brühmten Apfel-Zimt Salbe!

Wichtige Hinweise

Bei der Anwendung von ätherischen Ölen gibt es einiges zu beachten. Viele ätherische Öle sind nicht für Babies oder Kleinkinder geeignet (Pfefferminz, Rosmarin), andere können die Haut reizen! Die fertige Harzsalbe muss vorsichtig auf einem kleinen Bereich getestet werden, das gilt natürlich für Alle hausgemachten Salben.

Die Anwendung einer Pechsalbe dient der Unterstützung des Heilungsprozesses. Dieser Beitrag ersetzt keines Falls den Besuch bei einem Arzt oder die Einnahme von verschriebenen Medikamenten.


FAQ:

F:
Wenn du das Harzöl-Gemisch absiebst, woher weißt du wìeviel Harz du
tatsächlich genommen hast?

A: Das weiß ich nicht. Es ist aber egal.
Unlösbare Bestandteile wie Rinde und Erde werden vom Sieb aufgefangen.
Damit sie in der Salbe nicht stören. Für das Rezept ist es egal wie viel
Harz genau im Öl gelöst wird. Diese alten Rezepte sind sehr stabil, vor
ein paar hundert Jahren hatten die Bauern ja keine Waagen. Die Rezepte
mussten also auf jeden Fall funktionieren.

F: Muss ich Ringelblumenöl
für das Rezept nehmen?

A: Nein jedes Öl funktioniert F: Kann
Johanniskrautöl für dieses Rezept verwenden?A: Ja jedes Öl funktioniert.

F: Kann ich auch Lärchen, Tannen oder Kiefernharz für eine Pechsalbe
verwenden?

A: Ja das Harz eines jeden Tannenbaums, außer der Eibe, ist
für eine Pechsalbe geeignet.

Bilder mit freier kommerziellen Nutzung von pixabay!

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2 Antworten

  1. Zum Herstellen einer Pechsalbe möchte hinzufügen, dass man diese am besten in einem Uralt-Topf macht. Oder ein Gurken-oder Marmeladenglas verwendet. Die Harzrückstände lassen sich kaum, oder nur mit Spiritus entfernen.

    1. Vielen Dank für den Tipp. Ich löse die Harzrückstände immer mit Öl, aber manchmal brennen Holz und Erdteilchen unten am Topf ein…wenn ich darf, werde ich das im Beitrag noch hinzufügen!

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