Hundspetersilie

Erkenne die giftige Hundspetersilie

Die Hundspetersilie besitzt eindeutige Bestimmungsmerkmale, gerade wegen ihrer Giftigkeit sollte sich jeder ihre Merkmale gut einprägen!

Inhalt:

1) Allgemeine Beschreibung (Wuchsshöhe)
2) Blätter (Glanz)
3) Stängel (nicht behaart)
4) Blüte (Döldchen zweiter Ordnung haben Hüllblätter)
5) Same
6) Gift und Wirkung
7) Verwechslungsmöglichkeiten der Hundspetersilie
 
Die Hundspetersilie ist neben dem gefleckten und dem Wasserschierling die dritte gefährliche Giftpflanze unter den einheimischen weißen Doldenblütlern. Sie ist die einzige Art der Gattung Aethusa in der Familie der Doldenblütler, ihre Blätter ähneln denen von glatter Petersilie, trotzdem gibt es eindeutige Merkmale an denen du die Hundspetersilie leicht erkennen kannst.
 
Es wurden bereits ganze Petersilienbestände in Hausgärten zerstört, weil sich der giftige Doppelgänger, also die Hundspetersilie unter das beliebte Küchekraut gemischt hatte. Das kann ganz einfach vermieden werden, indem man einfach krause Petersilie pflanzt. Jeder kann außerdem lernen die Hundspetersilie anhand von einfachen Merkmalen eindeutig zu erkennen! Besonders weil diese Pflanze giftig ist, ist es meiner Meinung nach wichtig, sie besonders gut kennen zu lernen.
 

1) Allgemeine Beschreibung

Wie bereits erwähnt, gehört die Hundepetersilie (Aethusa cynapium) zu den weißen Doldenblütlern. Die ein bis zwei Jahre alte Pflanze zeigt normalerweise ihre Blätter im ersten Jahr und blüht im folgenden Jahr. Sie kann bis zu 1,5 m hoch werden und überragt damit die Gartenpetersilie. Die Gartenpetersilie blüht übrigens gelb grün, aus diesem Grund geschehen Verwechslungen zur Blütezeit eher selten.

 

2) Blätter

Das zusammengesetzte Blatt hat einen grob dreieckigen Umriss, die Blätter sind zwei bis dreifach gefiedert und ähneln jenen der Gartenpetersilie oder des Wiesenkerbels.

Die Blätter, der Hundspetersilie glänzen sowohl an ihrer Ober- als auch ihrer Unterseite, das unterscheidet sie sowohl von der Gartenpetersile als auch von anderen Doldenblütlern. Dieser auffällige Glanz ist im Volksmund auch namensgebend für die Hundspetersilie, sie wird auch Glanzperterlein genannt.

Sie sollen weiter unangenehm und/oder nach Knoblauch riechen, obwohl ich persönlich den Geruch gar nicht wahrnehmen konnte. Ich denke der Geruch als Unterscheidungsmerkmal ist sehr unzuverlässig. Er varriert von Pflanze zu Pflanze und ist auch vom Standort, der Jahreszeit, der Tageszeit und dem Wetter abhängig.

 

3) Stängel

Die Stängel, also der Haupttrieb der Pflanze an dem die Blüte sitzt, ist rund leicht kantig, manchmal rötlich überlaufen und bereift. Das wichtigste Merkmal zur Bestimmung ist das Fehlen einer  Bahaarung.

Die rote Farbe des Stängels verrät uns etwas über den Standort, denn die rote Farbe(Anthocyane) dient der Wald Engelwurz(und anderen Pflanzen) als UV-Schutz, dementsprechend tritt sie gehäuft auf sonnigen Standorten auf und kann an schattigen Plätzen auch fehlen.

 

4) Blüte

Die weiße Doppelsole zeigt sich im zweiten Jahr von Juni bis September. Die Hauptdolde hat KEINE Hüllblätter, die Dolden zweiter Ordnung zeigen drei nach hinten gerichtete lineare Hüllblätter. Diese werden oft als das wichtigste Bestimmungsmerkmal der Hundepetersilie beschrieben und sind auf den Bildern sehr gut zu erkennen.

Zu Verwechslungen zwischen der Hundspetersilie und ihren essbaren Doppelgängern kommt es selten mit blühenden Pflanzen, deswegen denke ich dass die Kenntniss der Blatt und Stängelmerkmale wichtiger sind als die der ohnehin auffälligen Blüte.

Ist die Pflanze noch nicht aufgeblüht, können diese Hüllblätter auf den Döldchen zweiter Ordnung wie die Hüllblätter der ersten Ordnung aussehen. Deshalb kann es bei ungenauer Betrachtung zu Verwechslungen mit der wilden Karotte kommen, besonders wenn man sich nur auf das Aussehen der Blüte verlässt! (siehe Foto)

5) Same

Eine einzige Pflanze soll in einem Jahr bis zu 500 Samen produzieren können! Die Samen werden als Spalzfrüchte bezeichnet, sie zerfallen wenn sie reif sind. Die intakte Spaltfrucht hat eine kugel ähnliche Form und ist gelb-braun.
 

6)Gift und Wirkung

Die Wirkung der Hundepetersilie ergibt sich aus den in ihr enthaltenen Toxinen, einer Mischung aus Polyin, von denen das meiste Aethusin ist, vergleichbar mit dem tödlichen Wirkstoff der gefleckten Hemlocktanne (Coniin). Die Polyin-Konzentration beträgt im Kraut bis zu 0,2%, in der Wurzel ist mit etwa 1% wesentlich mehr des Giftstoffes zu finden.

Die Vergiftungswirkung ähnelt der des Schierlings, sie zeigt sich zunächst in Form von Brennen im Mund- und Rachenraum, weiter ausgedehnten Pupillen, Schweißausbrüchen, Krämpfen sowie Blähungen und Seestörungen. Später kommt es zu Bewusstseinsstörungen und zunehmender Lähmung bis zur Atemlähmung.

7) Verwechslungsmöglichkeiten der Hundspetersilie:

Mehrere essbare Doldenblütler können mit der giftigen Hundspetersilie verwechselt werden, dazu zählen die Garten-Petersilie, der Wiesenkerben, die wilde Karotte/Möhre und der Wiesenkümmel. Falls du dir unsicher bist lass die fraglichen Pflanzen unbedingt stehen! Falls du denkst Hundspetersilie gegessen zu haben wende dich bitte an die Vergiftungszentrale!

Abgrenzung Hundspetersilie zu Petersilie:

Die Petersilie blüht gelb-grün, und weist auch keine aufälligen Hüllchenblätter auf. Ihren Blättern fehlt der Glanz, der für die Hundspetersilie sogar namensgebend ist. Meist riechen die zeriebenen Blätter der Hundspetersilie unangenehm, der Geruch kann allerdings auch fehlen. Grundsätzlich ist die Gartenpetersilie kleiner als die Hundspetersilie.

Abgrenzung Hundspetersilie zu Wiesenkerbel:

Die Blätter des Wiesenkerbels ähneln denen der Hundspetersilie allerdings fehlt ihnen der auffällige Glanz, weiter ist der Stängel des Wiesenkerbels behaart und deutlich gerillt. Er ähnelt im Querschnitt einem Zahnrad. In der Blüte zeigt die Hundspetersile typische Hüllchenblätter an den Dolden zweiter Ordnung. Die Hüllchenblätter des Wiesenkerbels sind im Gegensatz dazu unauffällig und behaart. Die Samen des Wiesenkerbels sind nicht rund wie die der Hundspetersilie sondern länglich und sehr dunkel.

Abgrenzung Hundspetersilie zu wilder Möhre:

Wieder ist darauf hinzuweisen, dass den Blättern der wilden Möhre der für die Hundspetersilie typische Glanz fehlt. Die Blätter der wilden Karotte weisen darüber hinnaus meist einen aromatischen angenehmen Geruch auf. Der Stängel der wilden Möhre ist im Gegensatz zu dem der Hundsptersilie borstig behaart. Die Blüte der wilden Möhre weist wunderschöne Hüllblätter an der Dolde erster Ordnung auf, vor der Vollblüte kann dies aber zu Verwechslungen mit der Blüte der Hundspetersilie führen. Oft(aber nicht immer!) zeigt die Blüte der wilden Möre außerdem eine einzelne dunkle Blüte in der Mitte, die sogenannte Mohrenblüte.

Abgrenzung Hundspetersilie zu wildem Kümmel:

Die Blätter des wilden Kümmels zeigen ein typisches Kümmelkreuz, sie riechen angenehm nach Kümmel. Der Doppeldolde des Kümmels fehlen die linalen Hüllchenblätter, die für die Hundsptersilie so typisch sind!

 

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4 Antworten

  1. Ich halte gerade eine giftige Acker-Hundspetersilie in der Hand. Mein Nachbar (der Arzt ist) sagte es könnte wiesen-Kerbel sein (die Blätter passen nicht zu Kerbel)
    Die Wilde Möhre sah noch am ähnlichsten aus, aber die fehlenden Haare haben mir gezeigt daß etwas nicht stimmt. Die Pflanze riecht sehr angenehm und erinner sogar an Möhre.

    Also seid immer vorsichtig mit Doldenblütlern, die sind leicht zu verwechseln.

    1. Vielen lieben Dank für den Hinweis! Gerade darum schreibe ich über dieses wichtige Thema…Ich denke Ärtzte lernen im Studium keine Bestimmungskriterien für Pflanzen…

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